Aktuelle News
RHI-Fachsymposium
05. AUGUST 2010
Im Juli hatten die Wirtschaftsjunioren den Vorstandsvorsitzenden des Roman Herzog Institut e.V., Randolf Rodenstock, als Gastredner in Dachau. Nun folgt der Gegenbesuch: auf Einladung des RHI findet am 25. November 2010 das Fachsymposium "Die Generation von Morgen: Herausforderungen und Chancen" statt. Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog und Prof. Dr. Horst Opaschowski, Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, sowie zahlreiche weitere Experten gehen den Fragen nach: Welches sind die Zukunftstrends der Generation von Morgen? Was erben unsere Kinder? Was ist notwendig, um einen Generationenkonflikt zu vermeiden? Wo liegen die Grenzen intergenerationeller Gerechtigkeit?
"Die Zukunft zu gestalten ist eine der drei Kernthemen aus unserem Forderungskatalog", begründet Christoph Neeb, Vorstandssprecher der Wirtschaftsjunioren Dachau, das Interesse seines Verbandes an der Arbeit des RHI. "Wir fordern daher im Sinne intergenerationeller Gerechtigkeit: Erstens, einen Abbau der Staatsverschuldung. Zweitens, den zukunftsfesten Umbau der Sozialsysteme. Und drittens, die regelmäßige Vorlage von Generationenbilanzen und eine Generationenverträglichkeitsprüfung sowie Verfallsfrist von neuen Gesetzen."
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Nachlese z. 01.07.2010
07. JULI 2010
Die Stimmen, die den Ruf der Marktwirtschaft gegen ihre Kritiker verteigen, sind zaghaft geworden. Umso erfreulicher war für die Dachauer Wirtschaftsjunioren das Engagement von Randolf Rodenstock. Er ist Vorstandsvorsitzender des Roman Herzog Instituts. Diese Einrichtung setzt die Tradition ihres Namensgebers fort, gesellschaftspolitische Fehlentweicklungen klar beim Wort zu benennen, wie es sich Bundespräsident Roman Herzog in seiner Amtszeit zu eigen gemacht hat. Unsere Fragestellung, wieviel Soziales die Marktwirtschaft vertrage, beantwortete er mit einem Zitat Ludwig Erhards: "Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch". Er warnte vor einem Mißbrauch des Begriff des Sozialen im Sinne des "materiellen Ausgleichs". Rodenstock plädierte für die Wiederbelebung freier Markt- und Wettbewerbskräfte, da nur sie Einkommen nach Angebot und Nachfrage und nach individueller Leistung - und damit gerecht - verteilten. "Damit hat der Wettbewerbsgedanke etwas zutiefst Soziales", schließt Rodenstock diesen Gedanken ab, um sich anschließend der Corporate Social Responsibility zu widmen: "Die Gesellschaft hat keinen Anspruch auf unternehmerische Wohltaten. Worauf die jedoch Anspruch hat, ist, von den Unternehmen nicht geschädigt zu werden. Dies entspricht meinem Verständnis von Corporate Social Responsibility". Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen könne sich nicht auf die Wahrnehmung an sich staatlicher Aufgaben erstrecken.
Hier legte unser zweiter Diskussionsgast Widerspruch ein: "Wir brauchen mehr Ethik in der sozialen Marktwirtschaft", forderte Bernhard Seidenath, Mitglied des Bayerischen Landtags, und auch er berief sich auf ein Zitat Ludwig Erhards: "Ich verlange gerade von den Unternehmenslenkern das höchste Maß an Verantwortungsgefühl". Corporate Social Responsibility charakterisierte er als die freiwillige Bereitschaft zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in sozialen, ökologischen und ökonomischen Belangen, die über das gesetzlich Notwendige hinausgehe. Das müsse gar nicht allein altruistischen Motiven geschuldet sein, sondern könne durchaus in imagefördernder und gewinnbringender Absicht etabliert werden. Mit Unterstützung der CSU-Landtagsfraktion hat Seidenath einen Antrag formuliert: "Die Staatsregierung wird gebeten, zu prüfen, wie im Dialog mit der Wirtschaft soziale Verantwortung von Unternehmen stärker im Bewußtsein der Unternehmen verankert werden kann und wie vorhandene und künftige Aktivitäten ggf. besser koordiniert und publik gemacht werden können."
Seidenaths Bemerkung, daß der Koalitionspartner, die bayerische FDP, diesen Antrag unter Berufung auf die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, deren Präsident Rodenstock ist, ablehne, sollte der folgenden Diskussion genug Zündstoff liefern. Auch Dank zahlreicher Wortbeiträge und Fragen aus dem Plenum erzielten wir eine lebhafte und kontroverse Diskussionsrunde, die sich im Foyer der Volksbank Dachau, unseres Gastgebers, bis in die späten Abendstunden fortsetzte.
Downloads (PDF-Dokumente):
- Begrüßung durch WJ-Vorstandsprecher Christoph Neeb
- Vortrag von Randolf Rodenstock
- Vortrag von Bernhard Seidenath
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